Aus Pinot Noir wird Riesling

Klingt wie ein Wunder funktioniert aber wirklich. Die Umveredelung einer bestehenden Anlage, eine alte Technik, die ursprünglich aus dem Obstbau stammt. In unserem Fall möchten wir Riesling auf alte Pinot Noir Reben aufpfropfen, doch wie funktioniert das eigentlich?

Bei der Umveredelung wird auf eine bestehende Rebe eine andere Rebsorte „eingesetzt“ und wächst durch die richtige Pflege an. So kann innerhalb eines Jahres die Rebsorte verändert und die Rebanlage erhalten werden. Man hat zwar ein Jahr Ertragsausfall, kann dafür aber die alten Reben erhalten, die bei bestimmten Rebsorten deutlich bessere Qualitäten bringen.

Dafür braucht es die richtigen Fachleute, denn dieses Prozedere ist wie eine Operation am offenen Herzen. Nur erfahrene Fachleute beherrschen das.

Der eigentliche Umveredelungsprozess kann am besten in Bildern beschrieben werden.

Bei den zu Rebstöcke wurde die Rinde im mittleren Stammbereich vorsichtig entfernt, um die richtige Stelle zu finden zum Einsetzen des Auges zu finden. Dazu wird durch einen T-Schnitt die innere, intakte Rinde am Rebstock vorsichtig aufgeschnitten.

Hier wird dann das vorbereitete Auge eingesetzt, leicht angedrückt und anschließend mit einem Band umwickelt. Anschließend wird direkt unterhalb des eingesetzten Auges einer kleiner Schnitt in die Rinde gemacht um die Leitbahnen etwas zu stören. Das ist nötig um die enorme Saugkraft einer Weinpflanze an dieser Stelle zu unterbinden, um die kontinuierliche Versorgung des neuen Auges zu gewährleisten. Hier kann nun ein Trieb heranwachsen, der nächstes Jahr schon die ersten Triebe mit Trauben entwickeln kann.

Ein bis zwei Tage nach der Veredelung muss die Laubwand der alten Rebsorte auf einen saftziehenden Trieb reduziert werden. Dadurch richtet der Weinstock seine Aufmerksamkeit auf das neu eingesetzte Auge. In diesem Stadium muss auch bewässert werden.

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